Impfung gegen Humane Papillomaviren (HPV)-Gebärmutterhalskrebsimpfung


Der neue HPV-Impfstoff Gardasil®9 bietet nach der Fachinformation Impfschutz vor etwa 90 Prozent der Gebärmutterhalskrebsarten/Zervixkarzinome.

Impfung gegen Humane Papillomaviren (HPV)-Gebärmutterhalskrebsimpfung



Seid Juni 2018 von der Ständigen Impfkommissiom (STIKO) auch für Jungen empfohlen. Seit dem 20.09.2018 wird der Impfstoff für Jungen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen

Humane Papillomviren verursachen Warzen und anormales Gewebewachstum. Es existieren mehr als 200 verschiedene Typen des Papillomvirus, von denen einige sowohl bei Männern als auch bei Frauen mit Anogenitalkrebs in Zusammenhang stehen. Fast 100 % der Krebserkrankungen am Gebärmutterhals werden durch HPV-Infektionen verursacht. Es wird geschätzt, dass ca. 90 % der Analkrebserkrankungen, 15 % der Vulvakrebserkrankungen, 70 % der Vaginalkrebserkrankungen und 30 % bis 40 % der Peniskrebserkrankungen durch HPV-Infektionen verursacht werden. Die HPV-Typen 16 und 18 sind für die überwiegende Mehrheit der Gebärmutterhals- und Analkrebserkrankungen verantwortlich, während die HPV-Typen 6 und 11 die meisten Fälle von Genitalwarzen verursachen. Weitere 5 HPV-Typen (31, 33, 45, 52 und 58) bergen ebenfalls ein hohes Risiko für die Entwicklung von Krebs (sie verursachen etwa 20 % aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs).

Humane Papilomaviren gehören zu den sexuell übertragbaren Erregern. Etwa 70-80% aller sexuell aktiven Frauen und Männer stecken sich im Laufe ihres Lebens mit diesen Viren an. Ebenfalls sind in seltenen Fällen Schmierinfektionen möglich, beispielsweise über Gegenstände. Auch eine Virusübertragung von der Mutter auf das Kind bei der Geburt ist möglich.

4.700 Frauen in Deutschland erkranken nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) jährlich an Gebärmutterhalskrebs – 1500 bis 1600 sterben an der Krankheit. Doch HPV-assoziierte Krebserkrankungen und ihre Vorstufen lassen sich vielfach vermeiden.


Bislang gab es in der EU drei zugelassene HPV-Impfstoffe: Cervarix® (GSK), Gardasil® (SPMSD), Silgard® (MSD). Während Cervarix® gegen die HPV-Typen 16 und 18 wirkt, waren bei den anderen Impfstoffen zusätzlich noch die HPV-Typen 6 und 11 abgedeckt. Damit waren laut Weltgesundheitsorganisation 70 Prozent durch die Infektion mit jenen Viren ausgelöste Zervixkarzinome abgedeckt.

Der neue Impfstoff von Sanofi Pasteur MSD Gardasil®9, der seit dem 25. April erhältlich ist, schützt noch weiter. Er wird eingesetzt zur Prävention von Vorstufen maligner Läsionen und Karzinome an Zervix, Vulva, Vagina und Anus sowie zur Prävention von Genitalwarzen (Condylomata acuminata), die mit den HPV-Typen 6, 11, 16, 18, 31, 33, 45, 52 und 58 assoziiert sind. Laut Hersteller bietet Gardasil®9 Impfschutz vor etwa 90 Prozent der Zervixkarzinome.

Gardasil®9 ist wie die anderen HPV-Impfstoffe zur Anwendung ab neun Jahren zugelassen. Die Impfung ist vor dem ersten Geschlechtsverkehr durchzuführen. Er hat die Zulassung für ein 2-Dosen-Schema bei der Impfung von Mädchen und Jungen. Zwischen der ersten und zweiten Impfdosis sollte ein Abstand von fünf bis 13 Monaten eingehalten werden. Wer allerdings die zweite Impfdosis früher als fünf Monate nach der ersten bekommt oder erst mit 15 Jahren die erste Impfung erhält, wird nach einem 3-Dosen-Schema (0, 2, 6 Monate) geimpft.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am RKI empfiehlt seit 2007 die generelle HPV-Impfung als Standardimpfung für Mädchen im Alter von neun bis einschließlich 14 Jahren. Versäumte Impfungen sollten bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. Seit diesem Jahr empfiehlt die STIKO nun auch die Impfung für alle Jungen im Alter von neun bis einschließlich 14 Jahren. Versäumte Impfungen sollten auch hier bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. Im Jahr 2015 waren in Deutschland 44,6% der 17-jährigen Mädchen vollständig geimpft. Mit der zusätzlichen Impfung von Jungen, kann nicht nur das eigene Infektionsrisiko gesenkt, sondern auch die Weiterverbreitung in der Bevölkerung verringert werden.

In der Schweiz wurde ab Juli 2016 die HPV-Impfung auch bei Jungen von den Krankenkassen übernommen. In Österreich ist dies im Rahmen bereits seit 2014 der Fall.

In Deutschland übernehmen die Krankenkassen die Kosten einer HPV-Impfung für Mädchen und junge Frauen, so wie oben schon erwähnt jetzt auch für Jungen bis zum Alter von 18 Jahren. Die Kostenübernahme für Jungen durch den Gemeinsamen Bundesausschuss ist jetzt geklärt.

Informationen des RKI zur HPV-Impfung




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